Grundversicherung im Überblick

Grundversicherung im Überblick

Obligatorische Grundversicherung des KVG

Seit dem 1. Januar 1996 ist die Grundversicherung für alle Personen mit Wohnsitz in der Schweiz obligatorisch. Die Leistungen der Grundversicherung sind durch das Krankenversicherungsgesetz (KVG) genau festgelegt und sind bei allen Krankenkassen per Bundesgesetz gleich.

Bei der Grundversicherung herrscht volle Freizügigkeit, das heisst, dass die Krankenkassen in ihrem Tätigkeitsgebiet jeden Antragssteller, der den Beitritt wünscht, in ihre Grundversicherung aufnehmen müssen. Jede Person kann sich somit frei bei der Kasse ihrer Wahl versichern. Niemand darf abgelehnt werden. Die Höhe der Prämie ist abhängig vom Wohnort und vom Alter der versicherten Person sowie vom individuellen Tarif der jeweiligen Krankenkasse.

Die Grundversicherung deckt die Risiken "Krankheit", "Unfall" und "Mutterschaft" ab. Wer fest angestellt ist, ist auch obligatorisch durch seinen Arbeitgeber bereits gegen Unfall versichert, und deshalb kann die Unfalldeckung bei der Krankenkasse ausgeschlossen werden, was auch wieder Kosten spart.

Früher übernahm die Grundversicherung bei Spitalaufenthalten lediglich Leistungen, die im Wohnkanton des Versicherten erbracht worden sind. Mit der neuen Spitalfinanzierung hat sich dies insofern geändert, dass die versicherte Person in der ganzen Schweiz die Spitalleistungen beanspruchen kann, allerdings werden lediglich die Kosten des Wohnkantons gedeckt. Allfällige Mehrkosten müssen selber bezahlt werden, es sei denn, eine entsprechende Zusatzversicherung ist vorhanden.

Grundsätzlich werden aber sämtliche Leistungen auch ausserhalb des Wohnkantons und selbstverständlich uneingeschränkt bezahlt, falls die versicherte Person aus medizinisch notwendigen Gründen Leistungen benötigt, die im Wohnkanton nicht durchgeführt werden können (zB komplexe Eingriffe, wie Organtransplantationen, etc.) oder falls notfallmässige Leistungen ausserhalb des Wohnkantons in Anspruch genommen werden müssen. Dies gilt auch bei vorübergehenden Auslandsaufenthalten, zB während der Ferien.

Die Prämien der Grundversicherung unterscheiden sich je nach Alter der versicherten Person. Es gibt drei Altersgruppen:

  • Kinder (bis zum vollendeten 18. Altersjahr)
  • junge Erwachsene (19. bis zum vollendeten 25. Altersjahr)
  • Erwachsene

Von den aus der Grundversicherung bezahlten Leistungen müssen die Versicherten eine Kostenbeteiligung übernehmen, nämlich die Franchise und der Selbstbehalt. Zuerst wird immer die Franchise verrechnet, welche maximal 2‘500 CHF und bei Kindern maximal 600 CHF betragen kann. Die tiefste Franchise beträgt 300 CHF resp. bei Kindern 0 CHF. Sobald die Franchise komplett verrechnet wurde, wird ein Selbstbehalt von 10% der erbrachten Leistungen in Rechnung gestellt, wobei dieser Selbstbehalt bei 700 CHF resp. für Kinder bei 350 CHF pro Jahr limitiert ist. Leistungen bei Mutterschaft, sind von der Franchise und vom Selbstbehalt ausgenommen, sofern die Schwangerschaft ohne Komplikationen abläuft!

Alle Krankenversicherer, die die obligatorische Grundversicherung anbieten, müssen den gleichen gesetzlich vorgeschriebenen Leistungsumfang übernehmen. Darüber hinaus dürfen die Krankenversicherer keine weitergehenden "freiwilligen" Leistungen vergüten.

Die obligatorische Grundversicherung übernimmt nach dem Gesetz nur Leistungen, welche wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sind.

Werden von einem Leistungserbringer (Arzt, Physiotherapeut usw.) Leistungen durchgeführt oder angeordnet, welche nicht zu den Pflichtleistungen der obligatorischen Krankenversicherung gehören, ist er verpflichtet, die Patienten und Patientinnen darauf hinzuweisen.

Fünf Methoden der Komplementärmedizin werden unter bestimmten Bedingungen während sechs Jahren provisorisch vergütet

Die anthroposophische Medizin, die Homöopathie, die Neuraltherapie, die Phytotherapie und die traditionelle chinesische Medizin werden seit dem 1. Januar 2012 provisorisch bis Ende 2017 unter bestimmten Voraussetzungen im Rahmen der obligatorischen Grundversicherung vergütet. Dies hat das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) entschieden. Diese Übergangsperiode soll dazu genutzt werden, die kontroversen Aspekte zu klären. Bis heute fehlt der Nachweis, dass diese fünf Behandlungsmethoden die gesetzlichen Kriterien der Wirksamkeit, der Zweckmässigkeit und der Wirtschaftlichkeit (WZW) vollumfänglich erfüllen.

Welche Medikamente bezahlt die Grundversicherung?

Die obligatorische Grundversicherung bezahlt sämtliche Arzneimittel, die ärztlich verordnet sind, im Rahmen der zugelassenen Indikationen/Anwendungen gemäss Packungsbeilage verwendet werden und in der Liste der vergütungspflichtigen Spezialitäten (Spezialitätenliste SL) aufgeführt sind. Die Kostenübernahme von Arzneimitteln der SL kann auf bestimmte medizinische Indikationen oder mengenmässig eingeschränkt werden.

Gewisse komplementärmedizinische Arzneimittel werden übrigens heute schon durch die Krankenversicherung vergütet. Die Speziali- tätenliste enthält zahlreiche phytotherapeutische, homöopathische und anthroposophische Arzneimittel. Auch die Akupunktur wird, sofern sie von Ärzten ausgeübt wird, vergütet.

Fristen

Alle in der Schweiz wohnhaften Personen müssen grundversichert sein. Nach Ihrer Ankunft in der Schweiz haben Sie 3 Monate Zeit, sich bei einer Krankenkasse Ihrer Wahl für die obligatorische Grundversicherung anzumelden.

Die obligatorische Krankenversicherung kann bei jeder Niederlassung einer der rund 60 Krankenkassen abgeschlossen werden. Da sie von Kanton zu Kanton variiert und auch jede Krankenkasse, je nach Altersgruppe und gewählter Franchise, einen anderen Tarif anbietet, konsultieren Sie am besten vorher den Prämienrechner 2017.

Weitere Leistungen der Grundversicherung

Wer sich über die Leistungen der Grundversicherung hinaus versichern will, wählt eine freiwillige Zusatzversicherung. Bei der Zusatzversicherung ist die Krankenkasse nicht verpflichtet, einen Kunden aufzunehmen. Dies ist nur in der Grundversicherung gewährleistet. Sie kann einen Kunden ganz ablehnen oder Vorbehalte aufgrund des Gesundheitszustandes anbringen.

Die Zusatzversicherung deckt zusätzlichen Komfort (z.B. Halbprivat- oder Privatabteilung im Spital) oder weitere Leistungen ab (Behandlung durch Naturärzte und -ärztinnen, Kuren, Hilfsmittel oder Zahnkorrekturen, etc.). Die Prämien richten sich in der Regel nach dem Alter der versicherten Person. Es können auch Rabatte, zB für Nichtraucher, etc. gegeben werden.

Die Zusatzversicherung unterliegt einem grossen Wettbewerb der Krankenkassen. Die Leistungen sind nur sehr schwer vergleichbar. Deshalb lassen Sie sich am besten von einem unabhängigen Versicherungsexperten beraten.

News rund um die Krankenkasse

Bundesrat Alain Berset sagte vor kurzem, dass sich die Kostenzunahme im Gesundheitswesen wegen der Alterung der Gesellschaft und des Fortschritts in der Medizin nicht stoppen, jedoch dämpfen lasse. Schockartige Erhöhungen der Krankenkassenprämien zu vermeiden sei sein Ziel. Hat der Bundesrat sein Z...

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